Die Fragen zur Sicherheit bzw. Schädlichkeit von Borax und Borverbindungen gegenüber der Umwelt und der menschlichen Gesundheit werden noch immer heftig debattiert.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass ein hoher Gehalt an Bor im Boden einen ungünstigen Einfluss auf Wurzelstöcke verschiedener Staaten haben kann, andererseits kann ein Mangel an Bor- und Borverbindungen im Boden auch ein Problem darstellen. Anhand von Versuchsergebnissen an verschiedenen Tierarten hat sich des Weiteren herausgestellt, dass Borax einen negativen Einfluss auf die Reproduktionsfähigkeit bei Ratten, Mäusen und Hunden hat und fruchtschädigende Wirkung bei Ratten, Mäusen und Hasen zeigt.

In mehreren Ländern haben lokale Behörden sogar eine Limitierung der Freisetzung von Bor im Abwasser und im Abfall beschlossen.

Nachzulesen sind weitere Informationen hierzu unter folgenden Links:

http://www.boraxfree.com/TRGS900-Begruendung.pdf

http://echa.europa.eu/documents/10162/13630/trd_austria_boric_acid_en.pdf

Wir von Traxit sind keine Experten auf den einschlägigen Gebieten der Reprotoxizität oder dem Wachstum von Saaten. Aus diesem Grund können wir weder hierzu noch zu den rechtlichen Bestimmungen einen Kommentar abgeben.

Chronologie zur Rechtsprechung in Bezug auf Borsäure und Borax

2004

Im Zuge der Entscheidung eines Spezialistenkreises des ECB auf dem Gebiet der Reprotoxizität wurde in Ispra, Italien, im Oktober 2004 vereinbart, dass gewisse Borverbindungen als reproduktionstoxisch eingestuft werden sollen und somit im Rahmen der ständigen Anpassung an den technischen Fortschritt auf die Vorschlagsliste zur 30. ATP (Adaption to Technical Progress) gesetzt werden. Das ECB überwacht u.a. die Klassifizierung und Kennzeichnung von Chemikalien in der Europäischen Union.

2007

Die 30. ATP der europäischen Gefahrstoffrichtlinie 67/548/EWG wurde von den Mitgliedsstaaten am 16. Februar 2007 angenommen. Sie wurde am 15. September 2008 als Richtlinie 2008/58 EG im “Official Journal“ veröffentlicht und ist am 05.Oktober 2008 in Kraft getreten. Diese 30. ATP wird in den Anhang I der RL 67/548/EWG aufgenommen.

2009

Beim Inkrafttreten der EU-Verordnung 1272/2008 (CLP–Vo) im Januar 2009 ist der Anhang I zur Richtlinie RL 67/548 EWG aufgehoben worden. Somit konnte die Umsetzung der 30 ATP zur RL 67/548 EWG nicht erfolgen.

Am 10. August 2009 hat die Kommission die dadurch entstandene Lücke mit der Verordnung (EG) Nr. 790/2009 (I. ATP zur CLP) geschlossen. Diese Verordnung enthält die Einstufungen von Stoffen aus der 30. und 31. ATP.

Der Wortlaut der I. ATP zur CLP mit den verschiedenen Grenzen für die Einstufung borhaltiger Zubereitungen (Seite 126 ) kann nachstehend eingesehen werden:

1-ATP-CLP-de.pdf

2010

Im März 2010 sind Borsäure und Natriumborate zur Aufnahme in die Kandidatenliste der sehr besorgniserregenden Stoffe, SVHC – Kandidatenliste, vorgeschlagen worden.

Am 18 Juni 2010 sind Borsäure und Borax auf die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC – Liste) aufgenommen worden. Ab diesem Zeitpunkt gelten für Borsäure, Boroxid und Natrimborate die Vorgaben von Artikel 33 der Vo 1907/2006 (REACH).

http://echa.europa.eu/web/guest/candidate-list-table

Die EBA hat dagegen am 18 August 2010 geklagt.

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.C_.2010.288.01.0051.01.DEU

Diese Klage ist jedoch abgewiesen worden.

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:62010TN0346&from=DE

2013

Anfang 2013 hat Polen einen Antrag auf Umstufung zu einer weniger strengen Einstufung von Borsäure und Boraten an die ECHA gestellt. Zur gleichen Zeit haben die Niederlande einen Antrag auf Einstufung von Dinatriumoctaborat und Dinatriumoctaborattetrahydrat gestellt.

http://echa.europa.eu/web/guest/harmonised-classification-and-labelling-previous-consultations

http://echa.europa.eu/documents/10162/7c403c2d-9de2-4e9e-9117-453d05f7c12a

http://echa.europa.eu/documents/10162/b84d4f87-f062-4942-b32f-13fc18d216ea

2014

Im März 2014 hat die RAC (ECHA Risk Assessment Committee) eine Neueinstufung von Borsäure als Repr. 2 (H361d) auf Grund des Antrages von Polen diskutiert.

Nach Prüfung der neuen wissenschaftlichen Daten aus dem von Polen eingereichten Dossiers hat die RAC entschieden die jetzige Einstufung von Borsäure Repr. 1B beizubehalten.

Die RAC hat auch den von den Niederlanden eingesandten Vorschlag zur Neueinstufung von Natriumoctaboraten (CAS: 12280-03-4 und CAS: 12008-41-2) als Repr. 1B bewertet. Dieser Vorschlag wird von der RAC unterstützt und beide Substanzen werden als Repr. 1B eingestuft.

Informationen zu dieser Thematik erhalten Sie unter folgenden Links:

http://echa.europa.eu/documents/10162/13579/rac_meeting_28_minutes_final_en.pdf

http://echa.europa.eu/harmonised-classification-and-labelling-consultation

Aus diesem Grund, wird je nach Priorisierung, früher oder später ein Zulassungsverfahren eingeleitet werden dessen Ausgang ungewiss ist.

Am ersten September 2014 hat die ECHA den Entwurf ihrer 6. Empfehlung an die Europäische Kommission zur Aufnahme von Borsäure und Boraten (Borax) in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (REACH, Anhang XIV) veröffentlicht. Betroffene Unternehmen können zu dem Entwurf unter Nutzung stoffspezifischer Webformulare bis zum 30.11.2014 Stellung nehmen.

http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/recommendation-for-inclusion-in-the-authorisation-list

2015

Im Juli 2015 sind Borsäure und Borate (Borax) zur Aufnahme in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (REACH, Anhang XIV) empfohlen worden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte folgendem link:

http://echa.europa.eu/addressing-chemicals-of-concern/authorisation/recommendation-for-inclusion-in-the-authorisation-list/previous-recommendations

Um den Gesetzmäßigkeiten zu entsprechen und den Anfragen und Bedürfnissen unserer Kunden nachzukommen, haben wir eine Reihe von neuen innovativen Produkten entwickelt, die borfrei sind oder einen Borgehalt aufweisen, der unter den Grenzwerten für eine Einstufung als Gefahrstoff liegt.



 

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